Kennst du das? Am Morgen vor einer Prüfung hast du keine Lust auf Frühstück. Dein Bauch tut weh. Du hast Angst, wenn der Lehrer das Klassenbuch öffnet. Wenn du das fühlst, bist du nicht allein! Viele Schüler – von der Realschule bis zum Abitur– kennen dieses Gefühl.
Früher dachten die Leute: "Du hast nur Angst, weil du nicht gelernt hast." Aber das stimmt nicht. Man kann sehr viel lernen und trotzdem Angst haben. Warum? Weil die Schule oft wie eine Bühne ist. Wir haben Angst vor Fehlern oder vor einer schlechten Note. Wir denken oft: "Eine schlechte Note bedeutet, dass ich nicht gut genug bin." Aber das ist falsch! Schule sollte eine interessante Reise sein und kein stressiger Kampf. Wenn wir unsere Angst verstehen, können wir besser damit leben.
Die drei Hauptgründe für Schulangst:
Es gibt drei wichtigste Gründe, warum wir uns so fühlen:
1. Der Druck durch Noten: Wir denken, eine 4 oder eine 5 zeigt unseren Wert als Mensch. Aber eine Note zeigt nur, wie wir an einem Tag in einem Fach in einer präzisen Prüfung gearbeitet haben.
2. Der Vergleich mit anderen: Wir sehen Freund:innen oder Mitschüler:innen, die alles schnell verstehen. Dann denken wir: "Ich bin nicht so schlau wie die anderen."
3. Zu viel Stress: Manchmal haben wir zu viele Hausaufgaben und zu viele Tests in einer Woche. Wir wissen dann nicht, womit wir anfangen sollen.
Aber was denken die Schüler darüber?
Viele Erwachsene sagen: “ Die Schulzeit ist die schönste Zeit im Leben”. Aber für die Schüler ist das oft nicht so einfach. Das denken sie wirklich, wenn sie in die Klasse gehen:
“Wir sind keine Nummern” : Viele Jugendliche sagen : "Ich fühle mich wie eine Noten-Maschine". Wenn man eine 1 schreibt, ist man “ein guter Schüler”. Wenn man eine 5 schreibt, ist es ein Problem. Aber sie möchten, dass die Lehrer auch ihren Fleiß, ihre Kreativität und ihre Persönlichkeit sehen. Ein Kind ist mehr als ein Testergebnis.
Angst vor der Zukunft: Viele Jugendliche sind jung, aber sie haben oft Angst. Sie denken: "Wenn ich schlechte Noten habe, finde ich keinen guten Job" oder "Meine Eltern sind enttäuscht wegen mir". Diese Gedanken verursachen jeden Tag viel Druck.
Keine Freizeit mehr: Viele Schüler müssen zu lange lernen. Nach sechs oder sieben Stunden in der Schule müssen sie zu Hause noch drei oder vier Stunden lernen. Es gibt keine Zeit für Sport, für Freunde oder für Pausen. Die Jugendlichen sind oft schon am Montagmorgen müde.
Vergleich in den sozialen Medien: Auf Instagram oder TikTok sehen alle Jugendlichen perfekt aus. Die Schüler denken: "Die anderen haben keine Probleme beim Lernen". Dann fühlen sie sich allein mit ihrer Angst. Aber die Wahrheit ist: Fast alle Schüler haben manchmal Angst.
Ist diese Situation die gleiche auch für Lehrer?
Man spricht jeden Tag über den Stress in der Schule für Schüler:innen, aber wie fühlen sich die Lehrer:innen?
Die Rolle eines Lehrers geht weiter als das, was wir während der Unterrichtszeit sehen. Tatsächlich ist dieser Beruf voll von Stressfaktoren, psychischer Anspannung und Überforderung.
Warum ist er so stressig?
Es gibt viele Faktoren, die den Beruf eines Lehrers stressig machen:
Hohe Arbeitsbelastung: Während der Schulwochen überschreiten durchschnittlich 30 Prozent der Vollzeit-Lehrkräfte die gesetzliche Arbeitsschutzgrenze von 48 Stunden pro Woche. Insgesamt arbeiten 64 Prozent der Lehrkräfte mehr als “normal”.
Emotionale Belastung: Lehrer müssen mit ihren Emotionen umgehen, aber gleichzeitig müssen sie auch den Schülern helfen, ihre eigenen zu bewältigen. Darüber hinaus sehen die Schüler Lehrer oft als Vorbild für ihr persönliches Wachstum, was ihre Arbeit noch stressiger macht. Deshalb ist es ein Hauptgrund für psychisches und physisches Burnout. Etwa 1 von 3 Lehrern leidet an Burnout.
Fehlende institutionelle und wirtschaftliche Anerkennung: Es stimmt, die Gehälter gehören zu den höchsten in Deutschland (ein Lehrer kann 70.000-80.000 € pro Jahr mit dem Dienstalter überschreiten), aber der Preis ist hoch. Viele Lehrer sind lebenslange Beamte, was eine absolute Loyalität zum Staat erfordert und das Streikrecht stark einschränkt.
Personalmangel: Laut einer Studie des Deutschen Lehrerverbandes fehlen in Deutschland zwischen 30.000 und 40.000 Lehrkräfte. Daher müssen diejenigen, die bleiben, zusätzliche Stunden leisten, Klassen zusammenlegen und auf Programmierstunden verzichten. Außerdem spricht man von Quereinsteigern. Um die Löcher zu stopfen, stellt der Staat Fachleute ohne pädagogische Ausbildung ein. Dies zwingt die festangestellten Lehrkräfte, den Neuankömmlingen als Betreuer zu dienen, was den Stress erhöht, anstatt ihn zu verringern.
Sozialer Druck: Das deutsche System teilt die 10-Jährigen in verschiedene Wege (Gymnasium, Realschule, Hauptschule) ein. Deshalb bekommen die Lehrer einen großen Druck, angefangen bei den Eltern, die sehr anspruchsvoll sind, denn die Zukunft ihrer Kinder ist von dieser Entscheidung abhängig. In den großen Städten gibt es einen sehr hohen Anteil an Schülern, die nicht als erste Sprache Deutsch sprechen. Der Lehrer muss die Integration mit sehr wenigen zusätzlichen Ressourcen bewältigen.
Wie können alle den Stress in der Schule loslassen?
Um den Stress in der Schule effektiv zu bewältigen, ist ein Ansatz erforderlich, der Körperpflege, mentale Organisation und Beziehungsunterstützung integriert und ein nachhaltiges Gleichgewicht zwischen Pflichten und persönlichem Wohlbefinden schafft.
Wie können Schüler Stress abbauen?
Zuerst ist eine bewusste Planung nötig, um die Leistungsangst zu reduzieren. Statt den gesamten Lehrplan als einen unmöglichen Block zu sehen, ist es wichtig, ihn in kleine realistische Ziele zu teilen. Damit kann man sich unter Kontrolle und erfolgreich fühlen und den Schulstress abbauen. Es ist auch sehr wichtig, sich um seinen Körper zu kümmern, deshalb kann man, zum Beispiel, Sport treiben. Außerdem sollte man nicht auf den Schlaf verzichten, weil ein gesunder und entspannter Körper die Emotionen besser verarbeiten kann.
Und die Lehrer?
Lehrer sollten zunächst klare Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben ziehen. Es ist wichtig zu lernen, den Geist nach dem Klingeln der Glocke abzuschalten und sich Hobbys oder sozialen Aktivitäten zuzuwenden, die die "emotionalen Batterien" aufladen. Ein weiterer wichtiger Schritt ist das Teilen mit den Kollegen. Die Schaffung eines unterstützenden Netzwerks innerhalb der Einrichtung ermöglicht es, Lehrstrategien und gemeinsame Spannungen auszutauschen.
Wie ist die Situation für die Italiener?
Schüler:
Auch in Italien sind die Schüler sehr ängstlich, und zwar aus ähnlichen Gründen wie die Deutschen.
Die mündlichen Anfragen: In Italien müssen die Schüler oft vor der ganzen Klasse sprechen. Diese Einschätzung ist die Ursache für Angst und Stress. Aufgrund der Anspannung können sich viele Schüler nicht daran erinnern, was sie gelernt haben. Manchmal bekommen sie auch Panikattacken, Zittern und Übelkeit.
Zu viele Hausaufgaben!Italienische Schüler beschweren sich wie die Deutschen über ihre Hausaufgaben. Sie haben keine Freizeit und sind oft gezwungen, außerschulische Aktivitäten zu unterbrechen.
Die Bedeutung der Schulwahl: Die italienischen Studenten sehen die Wahl als ein Ergebnis, das ihren Wert und ihre Intelligenz beurteilt. Die Schüler fühlen sich so voller Erwartungen von der Familie und der Schule. Viele haben keine Motivation und negative Schulnoten verschlimmern diesen Zustand.
Die frühzeitige Auswahl: In Deutschland und Italien haben Schüler viel Stress durch die Schulwahl. In Deutschland entscheiden Kinder schon mit 10 Jahren: Besuche ich ein Gymnasium? In Italien wählen sie mit 13 oder 14 Jahren ihr "Liceo". In beiden Ländern ist dieser Moment sehr schwierig, weil die Kinder noch sehr jung sind. Sie haben große Angst vor der Zukunft und vor schlechten Noten. In Deutschland machen die Klassenarbeiten viel Stress. In Italien haben die Schüler oft Angst vor mündlichen Prüfungen . In beiden Ländern haben die Jugendlichen wenig Freizeit für Hobbys oder Freunde, weil sie den ganzen Tag lernen müssen. Das macht viele Schüler nervös und traurig.
Lehrer:
Gehalt: In Italien gehören die Gehälter zu den niedrigsten in Europa. Hier beginnt ein Lehrer mit einem Gehalt von etwa 21.000€ und verdient am Ende seiner Karriere circa 39.000€. Der Unterschied zu Deutschland ist enorm, obwohl der bürokratische Stress und die zivilrechtliche Verantwortung auch hier als sehr hoch wahrgenommen werden.
Arbeitsbelastung und Bürokratie: Während in Deutschland das Hauptproblem das Überschreiten der 48-Stunden-Woche ist, sieht die Struktur in Italien anders aus. In Italien ist die reine Unterrichtszeit geringer, mit 18 Stunden an Gymnasien, aber die „unsichtbare Arbeit“, und zwar Korrekturen, endlose Sitzungen, Bürokratie für Sicherheit und Inklusion, wird nicht mitgezählt.
Personalmangel: In Italien ist das Problem nicht der Mangel an Bewerbern, sondern die chronische Prekarität, und zwar befristete Arbeitsverhältnisse. In Italien gibt es jedes Jahr über 200.000 Vertretungslehrer. Das bedeutet, dass ihr Arbeitsverhältnis jedes Jahr am 30. Juni oder 31. August endet. Im September wissen viele nicht, in welcher Stadt oder Schule sie arbeiten werden. Diese Ungewissheit erschwert die Lebensplanung massiv. In Italien gibt es Tausende von qualifizierten Lehrern, die jedoch in einem komplizierten Wartelisten-System feststecken.
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